Sie sind schon seit langer Zeit etabliert und unbestritten sehr hilfreich. Dabei ist die Genauigkeit auf den Verpackungen (1/100stel Dpt.) kein Selbstzweck. Sie hat auch nicht den Anspruch, eine Genauigkeit in der Katarakt-Chirurgie von eben diesen 1/100stel zu realisieren.

Vielmehr sind sie als technisch machbare Information für den Operateur zu verstehen. So können die Ausreißer, in denen sich alle Fehler ungünstig aufaddieren, minimiert werden. Alles wird genauer: Ob optische Biometrie, Berechnungsformeln, optische Präzision und anderes mehr, die Toleranzen für IOL dürfen nicht außen vor bleiben. Was bringt dem Patienten eine technologisch ausgeklügelte Aspherizität, wenn die hergestellte Linse 0,4 Dpt. neben der gewünschten Brechkraft liegt?

Es gibt tausend Gründe dagegen zu argumentieren, aber keinen es nicht zu tun!

Fallbeispiel

Dieses Beispiel zeigt den Nutzen der exakten Refraktionswerte: Welche IOL wählen Sie aus, wenn das Refraktionsziel wie üblich -0,5 Dpt. wäre?

Mögliche Ergebnisse für das Beispiel: Wenn alle anderen möglichen „Fehler“ (Messung AL und HH, Formel etc.) in diesem Fall minimal ausfallen, wären alleine aufgrund der IOL-Toleranzen folgende Ergebnisse möglich:

24,5 Dptr. gewählt, gemäß Toleranzen tatsächlich 24,9 Dptr. ==> Endrefraktion ≈ – 1,0 Dptr.

24,0 Dptr. gewählt, gemäß Toleranzen tatsächlich 24,1 Dptr. ==> Endrefraktion ≈ 0,0 Dptr. (!!!)

Was passiert mit diesen Ergebnissen, die per se noch akzeptabel wären, wenn sich nun die anderen Fehler in ihren Maxima aufaddieren? Die, wenn auch hier im Extremfall gezeigte, potentielle Abweichung ist recht groß und addiert sich im schlimmsten Fall mit anderen Fehlern auf.

EN ISO Norm für die Herstellung von IOL

Dioptrienbereich (DPT) Erlaubte Abweichung der IOL von der Beschriftung (Dpt.)
0 bis 15 +/- 0,3
15 bis 25 +/- 0,4
25 bis 30 +/- 0,5
über 30 +/- 1,0

EN ISO 11979-2: 1999

Ein OP-Plan wird durch die exakten Refraktionswerte auch nicht komplexer

Folgendes Beispiel eines OP-Planes zeigt, dass Sie mit kleinen Mitteln und den exakten Refraktionswerten die Genauigkeit Ihrer Ergebnisse bereits ganz erheblich optimieren können. Dabei müssen Sie die IOL auch nicht – wie oft behauptet – nach genauen Werten bei uns bestellen. Sie wählen aus Ihrem Kommissionslager lediglich die IOL, die dem gewünschten Wert am nächsten liegt. Kein Mehraufwand, keine extra Kosten – ganz einfach!

Ein OP-Plan mit genaueren Ergebnissen muss dabei keine „Doktorarbeit“ sein und führt auch nicht zu einem erhöhten Aufwand! Dieses Beispiel zeigt, wie Sie mit wenigen kleinen Ergänzungen den auftretenden Fehler schon halbieren oder noch weiter verkleinern können:

OP-Plan „Notiz“ Vorschlag Bedeutung
23,00 – – bedeutet: bitte eine 23,0 Dpt. IOL, wenn möglich 22,8
19,0 – bedeutet: bitte eine 19,0 Dpt. IOL, wenn möglich 18,9
25,0 (25,2) bedeutet: bitte eine 25,0, wenn möglich 25,2 (eine 25,5 (25,3) kann genauer sein!!!)
26,5 + + bedeutet:/td> bitte eine 26,5 IOL, wenn möglich 26,75

Prüfen Sie die Relevanz gerne selbst…

Es ist leicht für Wettbewerber und Hersteller, die Relevanz dieser exakten Refraktionswerte in Frage zu stellen. Es ist aber logistisch schwierig, diese Refraktionswerte auf Verpackungen zu realisieren und führt zu höheren Produktionskosten. Die Relevanz an sich lässt sich aber leicht prüfen.
Lassen Sie sich selbst einmal in die Lage versetzen. Überzeugen Sie sich vor/hinter einem Refraktometer selbst von der Wirkung von +/- 0,5 Dioptrien und fragen Sie sich, ob Sie mit einer derartigen Schwankungstoleranz als Patient zufrieden wären.

Und bitte bedenken Sie, dass dies NUR die Toleranzen der IOL sind. Alle anderen Fehler addieren sich im ungünstigen Fall mit dieser Toleranz auf!

Sie haben Fragen? Wir helfen gern:

Telefon: 02404 55 29 1-0
E-Mail: info@meyetech.de

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